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Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Was große Geschenke tun, darüber gibt dieser Spruch leider keinen Aufschluss. Aber eines ist sicher: Beim Schenken ist Fingerspitzengefühl gefragt. Macht man jemandem ein zu teures Geschenk, dann kann sich der Beschenkte schnell unter Druck gesetzt fühlen, bei der nächsten Gelegenheit mit einem ebenso teurem oder gar größeren Geschenk zu antworten. Das könnte der Beginn einer unheiligen Aufwärtsspirale sein, die schnell in schwindelnde Höhen gerät.

Man kann sich natürlich Situationen vorstellen, wo man jemanden mit einem offensichtlich teuren und wertvollen Geschenk beeindrucken will. Nach dem Motto: „Sieh her, wie viel du mir wert bist.“ Kann man machen, aber dann sollte man sich absolut sicher sein, dass das Geschenk auch wirklich ein absoluter Herzenswunsch ist. Wenn meine Tochter sich für ein bestandenes Abitur unter erschwerten Lockdown-Bedingungen ein Paar superteure Sneaker wünscht, dann bekommt sie die. Nicht deshalb, weil ihre Mutter reich ist, sondern als absolute Wertschätzung für Disziplin und Durchhaltevermögen in der wohl härtesten Zeit ihres jungen Lebens. Aber sie bekommt auch genau die und nichts anderes, das man vielleicht für diesen Anlass als nachhaltiger oder „vernünftiger“ ansehen könnte. Denn das ist es doch eigentlich, was ein Geschenk ausmacht: dass es das Herz zum Hüpfen bringt. Da spielt es dann auch (fast) keine Rolle, was es kostet.

Zurück zum Anfang: Wenn ich sage, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, dann meine ich auch, dass sie wirklich klein sein sollen. Wenn ich meine Freundinnen zum Essen einlade, erwarte ich eigentlich gar nichts. Wenn ich zu dieser Gelegenheit eine kleine Blume oder einen Flasche Sekt mitgebracht bekomme, gerne, aber damit ist es auch genug. Ein übertrieben großes Geschenk würde mich wiederum in Zugzwang setzen, beim nächsten Mal etwas opulenteres kochen zu müssen als zum Beispiel ein Kartoffelgratin mit Salat.

Andererseits: Wenn ich dreimal einen kompletten Vormittag von 8 bis 13 Uhr auf den Telefontechniker warte, weil die Leitung der neuen Nachbarn ausgerechnet auf meiner Terrasse angeschlossen werden muss, dann erwarte ich schon ein Dankeschön. Nichts Wertvolles, aber zumindest ein nettes Wort, das mir klar macht, dass der andere meine Mühe gesehen hat.

Was das betrifft, hat jeder Mensch andere Grundsätze. Mein Vater hatte immer ein Glas mit Zweimarkstücken im Flur stehen, damit jeder Bote zumindest ein kleines Trinkgeld bekommen konnte. Außerdem hat er immer großen Wert darauf gelegt, zu besonderen Gelegenheiten kleine Karten oder Briefe zu schreiben. „Zwei Mark und ein Kärtchen“ ist bei uns in der Familie immer noch die Metapher für einen kleinen Dank.

Vor allem bei kleinen Geschenken finde ich immer eines besonders wichtig: dass man es auch einmal aushalten kann, dass der andere einem einen Gefallen getan oder ein Geschenk gemacht hat. Man muss nicht gleich etwas zurückschenken. Es wird sich schon in der nächsten Zeit die Gelegenheit für eine Gegenleistung ergeben. Menschen, die das nicht aushalten können, sind mir unheimlich.

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